Fornoplatten_Plattenschuss_01

Fornoplatten: Sanierung Plattenschuss (10 SL, 5b+)

Ein vergessener Klassiker in spektakulärer Umgebung: am 23.7.2025 haben Christian Bürck und Jasper Moltrecht mit Material von Eastbolt die Route Plattenschuss im Val Forno modern saniert. Es handelt sich um eine super abgesicherte Genusstour in alpinem Ambiente.

Die Linie wurde ca. 1989 vom damaligen Forno-Hüttenwart Hans Brunner eingerichtet. Zuletzt war sie in Vergessenheit geraten, auch weil sich der Gletscher zurückgezogen hatte und der Einstieg nicht mehr zugänglich war. Bei der Sanierung wurden am Start 2 neue Seillängen erschlossen, so dass die Route nun wieder perfekt kletterbar ist.

Der Plattenschuss folgt einer logischen Linie über Kristalladern, Verschneidungen, Reibungsplatten und feine Leisten; durchgehend abwechslungsreich und stimmig. Die super Absicherung macht die Route auch für weniger Erfahrene begehbar und erlaubt das Panorama über dem Gletscher zu geniessen. Auch trocknen die Platten nach Regenfällen sehr schnell, die Tour ist innerhalb von wenigen Stunden wieder kletterbar.

Hier ist das Topo verlinkt, weitere Infos finden sich auf dieser Webseite.

Fornoplatten_Plattenschuss_02
Fornoplatten_Plattenschuss_03
PXL_20250702_110219385

Bockmattli: Neutour Skyrace (7b+ / 6c+ A0)

Marcel Dettling hat im Bockmattli eine neue Möglichkeit gefunden! Direkt am Wandfuss startet seine bestens abgesicherte Kreation Skyrace und führt in 3 neuen Seillängen (6b, 6c, 7a/+ oder 6b 1pa) über die Sockelwand am Kleinen Bockmattliturm. Diese ermöglichen eine sehr attraktive und gut zugängliche Routenkombination direkt an der kühnen NW-Kante.

Die logische Fortsetzung führt nämlich über die bereits früher sanierte und bestens abgesicherte Himmelskante auf die Westschulter. So ergibt sich ein Ensemble von 8 attraktiven Seillängen. Die Knacknuss ist dabei das Dach der Direkten Westkante. Freigeklettert ist dies im Bereich einer bouldrigen 7b/+ einzustufen, diese kurze Stelle kann aber  problemlos mit Griff zur Exe A0 bewältigt werden. 

Das Topo von Marcel sei hiermit verlinkt. Weitere detaillierte Infos und die ganze Geschichte zur Erschliessung findet man auch auf seinem Blog. Zuletzt an dieser Stelle wieder einmal der Hinweis, dass Eastbolt nur Material für Sanierungen zur Vefügung stellt und Neutouren stets privat finanziert werden. Über Neutouren in unserem Perimeter wird jedoch an dieser Stelle gerne informiert. 

PXL_20250702_091351869
Kathrin Dettling klettert in L3 (7a/+) von Skyrace. Im Hintergrund die Kletterhütte und der Wägitalersee.
PXL_20250611_101839532

Hohwand: Neutour Alte Affen (7c+)

Daniel Benz und Fabian Guntli haben an der Hohwand am Hinterrugg in den Churfirsten eine neue Linie gefunden. Diese lautet auf den Namen Alte Affen, umfasst 5 Seillängen und verlangt den Schwierigkeitsgrad 7c+ (bzw. 7a obligatorisch). Sie verläuft zwischen der sanierten Pfeilerroute Scherrer und der im Verdonprinzip angegangenen Souffleur Fou

Das Topo von Daniel (auf Grundlage des Kletterführers St. Galler Oberland von Thomas Wälti) kann hier heruntergeladen werden. Weitere Infos findet man auch auf dem Blog von Marcel Dettling, welcher die Route beim ersten Rotpunktversuch mit Daniel begangen hat.

PXL_20241007_111916771

Rätikon: Gefahrenhinweis zur Galadriel

Von einem sehr erfahrenen Rätikonkletterer haben wir die folgende Meldung erhalten:

Mir ist am letzten Sonntag bei meiner 5. Begehung von Galadriel ein Griffausbruch an der dümmstmöglichen Stelle passiert. In der SSL (L8, 6c+) kurz vor dem Einhängen des Bohrhakens vor der Crux. Es ist der zweitletzte Bohrhaken der Seillänge. Jeder der dort schon vorgestiegen ist kennt die Stelle!

Der wacklige Aufsteher weit über dem letzten Haken am ominösen Untergriff hat noch gut geklappt. Doch als ich die Exe mit rechts einhängen wollte ist links ein Stück vom Untergriff ausgebrochen und wir sind gemeinsam in die Tiefe geflogen. Der Sturz war sehr sehr weit und sobald das Seil angezogen hat bin ich noch über die Platte gerollt. Ich hatte viel Glück und habe mich nicht schwer verletzt. Das hätte aber leicht ein ganz anderes Ende nehmen können.

Wie viel vom Untergriff noch da ist, kann ich nicht genau sagen. Aber ich befürchte, dass entweder viel davon fehlt und die Stelle deshalb deutlich schwieriger ist. Oder, wenn noch etwas da ist, könnte der Rest auch noch ausbrechen. Auf jeden Fall ist an dieser Stelle viel Vorsicht angezeigt.

Sowohl der Erschliesser Andres Lietha wie auch wir vom Eastbolt-Team erachten es als sinnvoll, diese Stelle mit einem zusätzlichen BH zu entschärfen. Die Arbeit wird so bald wie möglich ausgeführt, bis dahin empfehlen wir die Route zu meiden. Wir informieren an dieser Stelle, wenn die Galadriel wieder sicher begehbar ist. 

Update vom 25.8.2025: der zusätzliche BH wurde platziert, die Route ist wieder kletterbar, siehe hier.

PXL_20210605_111816650.MP

Walensee: Sanierung Sektor Raststätte

Bruno und Bettina Inauen haben den Sportklettersektor Raststätte am Walensee im Frühling 2025 fast komplett mit Klebehaken von Eastbolt saniert. Viele Routen waren  zuvor noch mit gemischtem Material (rostfrei-verzinkt) eingerichtet, welches zu Bedenken Anlass gab. Zudem waren viele Stände verrostet. Folgende Routen wurden saniert:

  • R4: Dolomitenkante 6c+ (10 Klebehaken & Stand)
  • R5: Livanos-Verschneidung 6c+ (9 Klebehaken & Stand)
  • R7: Klimawandel 8a (13 Klebehaken & Stand)
  • R9: Too big to fail 8a+ (18 Klebehaken & Stand)
  • R10: Plan B 7c (16 Klebehaken & Stand)
  • R11: Primer Paso 7b+ (14 Klebehaken & Stand)
  • R12: Projekt (bzw. 7c mit Einstieg über R11, 13 Klebehaken & Stand)
  • R13: Sea shepard 7c+ (10 Klebehaken & Stand)
  • R14: Holy grail 7b (9 Klebehaken & Stand)
  • R15: Aufwärmer 6c (Stand)

Die drei Routen links wurden nicht saniert, weil das Material dort noch in Ordnung ist (R1: Diwali 6c+, R2: Namaste 7a+), bzw. schon beim Einrichten hochwertiges Material eingesetzt wurde (R3: Secret Service 7c). Weiter wurde auch Rank Xerox 8a nicht saniert, weil dort die Felsqualität für das Setzen von neuen Haken als ungenügend beurteilt wurde und sie kaum mehr geklettert wird. Zuletzt war die Route Indra 8a+ war schon zuvor von Marc Denzler mit rostfreien Bolzenankern saniert worden.

Vielen herzlichen Dank für diesen grandiosen Einsatz!

Morgamutsch

Schafbergwand: Morgamutsch (5a) saniert

Fynn Renner hat der Trad-Route Morgamutsch an der Schafbergwand aus dem Jahr 1983 ein Facelifting mit Material von Eastbolt verpasst und eine neue 2-SL-Ausstiegsvariante mit dem Namen Obigmutsch hinzugefügt. So lassen sich nun 6 sehr schöne Seillängen entlang von Rissen und Verschneidungen klettern. 

Wichtig: die Route muss weitestgehend selbst abgesichert werden, wozu die nötige Erfahrung und entsprechend Material dabei sein muss. Es gibt nur 2 BH als Zwischensicherung, ebenso steckt an jedem Standplatz mindestens 1 BH. Neu kann auch über die Route abgeseilt werden, die dazu nötigen Standplätze sind mit 2 BH und einer Kette mit Abseilring ausgerüstet. Alternativ kann man auch über die Schafbergkante weiterklettern.

Eine detaillierte Beschreibung der Seillängen findet man auf der Webseite von Fynn. Das Topo zur Route (welches den Stand vor der Sanierung zeigt) gibt’s im SAC-Kletterführer Alpstein.

Hinweis: am 10. August 2025 hat sich in dieser Route leider ein tödlicher Unfall durch den Ausbruch einer Felsschuppe ereignet. Wir sprechen an dieser Stelle den Angehörigen unser herzliches Beileid aus. Fynn Renner und Werner Küng von Eastbolt haben die Route am 15. August 2025 begangen, um das Material der betroffenen Gruppe zu bergen und die Situation zu kontrollieren. Es zeigte sich, dass vorhandene Hakenmaterial in intaktem, einwandfreiem Zustand ist. Die Route kann weiterhin begangen werden.

PXL_20230903_090335936

Gonzen/Breiter Turm: News

Vom Breiten Turm im Gonzenmassiv gibt es diverse Updates zu berichten: 

Südkante (2 SL, 5c+): diese kaum bekannte, aber logische Route von Süden auf den Breiten Turm wurde im Jahr 2025 von Stephan Gartmann sanft saniert (NH nachgeschlagen bzw. neu gesetzt, Äste gestutzt). Die Route ist insbesondere als Überschreitung vom Annagrethli her interessant. Die Absicherung mit NH und Trad-Gear (Schlingen, Cams 0.4-2) ist gut, es stecken jedoch keine BH.

Chamäleon (4 SL, 6b+): diese abwechslungsreiche und lohnende Route verläuft in meist gutem Fels. Sie wurde am 30.4.2025 von Daniel Benz und Stefan Rupp eingerichtet. Wo nötig ist die Route gut mit BH abgesichert, es gibt jedoch auch ein Teilstück an einem selbst abzusichernden Riss (Keile, Cams 0.2-2, mittlere Grössen doppelt!).

Mutausbruch (4 SL, 7b+): sicher die steilste und schwierigste Route am Breiten Turm, eröffnet von Daniel Benz und Dominic Eggenberger im Mai/Juni 2025. Nach einem alpin anmutenden Einstieg folgt weitgehend schöne Sportkletterei bis zum höchsten Punkt. 

Sämtliche Informationen zu diesen Routen findet man im PDF-Topo, welches uns Daniel Benz zur Verfügung gestellt hat. Vielen herzlichen Dank allen Beteiligten für die Arbeit!

IMG_8132

Kreuzberg IV: Graue Eminenz (8a)

An dieser Stelle keine News von einer Sanierung, aber einige hoffentlich doch wissenswerte Updates zur Route Graue Eminenz (8a) in der Nordwand von Kreuzberg IV. Diese wurde kürzlich von Tobias Bitschnau und Florian G. im Team rotpunkt geklettert (beide haben alle Seillängen in Wechselführung durchgestiegen). Soweit zur Zeit bekannt, ist dies der erste erfolgreiche Durchstieg der Route. Dabei wurden neue Schwierigkeitsgrade für die 5 Seillängen vorgeschlagen, welche von den nächsten Wiederholern bestätigt wurden: 

7b, 7c+, 7c, 8a, 6c

Ebenfalls zu erwähnen ist, dass 10 Expressschlingen (Angabe im SAC-Kletterführer Alpstein) nicht ausreichend sind. Damit man in Seillänge 4 alle Bolts plus den sehr nützlichen Cam 0.5 klippen kann, sind 14 Stück notwendig. Diese Seillänge endet (ebenso entgegen der Angabe im Kletterführer) direkt am dritten BH der benachbarten Hägar. Dessen letzte Seillänge kann also direkt und fast komplett zum Vorgipfel geklettert werden, was die Kletterei ideal abrundet.